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Funtastisch

Konzept

für das Mittags-Angebot „FunTasTisch“ im FunTasia

 

1.  Einführung

1.1Entstehung und Grundlage

Die Grundschule Schillerschule Berkheim hat schon vor Jahren das FunTasia angefragt, ob das FunTasia ein Mittagsangebot machen kann. Dieses soll sich an die Schüler richten, die nicht im pädagogischen Ganztag sind, aber an einem Nachmittagsangebot teilnehmen (sowohl freiwillige wie Pflichtveranstaltungen). Im Sinne einer guten Kooperation und gleichzeitig guten Beziehungsangebot für Kinder in der Grundschule hat das FunTasia den FunTasTisch (=FunTasiamittagsTisch) eingerichtet.

1.2Herausforderungen

Grundfrage in der offenen Arbeit ist die Freiwilligkeit. Wie kann man das Angebot so gestalten, dass es zwar verbindliche Anmeldungen gibt, aber gleichzeitig eine maximale Freiwilligkeit gewährleistet bleibt?

Wie kann das FunTasia mit den beschränkten Mitteln einer erweiterten Teeküche ein möglichst einfaches, nahrhaftes und doch gesundes Angebot bieten?

1.3Motivation für dieseArbeit

Motivation für dieses Angebot war dem FunTasia-Team die Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erschließen und durch die Regelmäßigkeit Beziehungen anzubieten. Die regelmäßige Arbeit und der kontinuierliche Kontakt zu den Kindern lässt gute Beziehungen zwischen den Kindern, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen entstehen. Dies zeigt sich in der Vergangenheit: Wenn der FunTasTisch gut besucht war, erhöhte sich nach kurzer Zeit auch der Besuch der offenen Kinderangebote.

2.  PädagogischesKonzept (Befähigung)

Der FunTasTisch ist ein offenes Mittagsangebot. Das FunTasia-Team bietet ein günstiges Mittagessen an und bereitet dieses selbst zu. Ab dem Eintreffen der Kinder im FunTasia besteht die Aufsichtspflicht. Ein regelwidriges Verlassen des Treffs liegt außerhalb der Aufsichtspflicht. Selbstverständlich wird diese Begebenheit den Eltern jedes Halbjahr mit dem neuen Flyer neu mitgeteilt.

Beziehungsarbeit
Der Grund, warum das FunTasia-Team ein Mittagessen anbietet und selbst kocht, liegt in der Beziehungsarbeit. Ein wesentlicher Faktor für steigende Besucherzahlen im FunTasia ist die Nähe zu den Grundschulkinder. Die Kinder, die regelmäßig positiv erlebten Kontakt zum FunTasia-Team haben, lassen sich leichter für den Kidsclub gewinnen. Beim gemeinsamen Essen entstehen entspannte Gespräche, die ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen, anders bei einem einmaligen Besuch ohne intensives Gespräch. Dadurch, dass die Eltern über die Schule informiert werden, gewinnt der Jugendtreff an Bekanntheit. Kinder, die durch den FunTasTisch das FunTasia kennengelernt haben, kommen vermehrt auch später zu den Jugendöffnungszeiten.

Struktur
Im Treff selbst werden die Kinder freundlich begrüßt und als erstes wird das Geld für das Essen kassiert. Wenn einem Kind das Essen nicht passt, muss es nicht am Essen teilnehmen, dieses ist der erste Freiwilligkeitspunkt.

Das FunTasia-Team beaufsichtigt den Toberaum zwar, jedoch dürfen die Kinder dort machen was sie möchten, solange die Regeln „Respekt, Mitwirkung, und Material Teilen“ eingehalten werden.

Regeln

Respekt: Wir gehen respektvoll und freundlich miteinander um.

Mitwirkung: Gegen Ende der Zeit dürfen die Kinder im Rahmen ihres Taschengeldes Süßigkeiten einkaufen. Dieses wird erst dann ermöglicht, wenn alle Tische abgeräumt und abgewaschen sind.

Material teilen: Die Tobematten[1], Tischkicker, Billard etc sind sehr begehrt, stehen aber nur im begrenzten Umfang zur Verfügung. Das FunTasia-Team fördert die Selbstorganisation der Teilnehmer durch das selbständige Aushandeln, im eskalierenden Konfliktfall sorgt das Team dafür, dass es gerecht zugeht.

In der gesamten Zeit sucht das Team den Kontakt zu den Kindern.

Neben der Befähigung der Kinder geht es auch um die Befähigung von Ehrenamtlichen Mitarbeitern und FSJ/BFDlern. Die Mitarbeiter, die regelmäßig in den FunTasia-FunTastisch kommen, werden gezielt eingewiesen, wie die Abläufe sind und werden bei pädagogischen Angeboten voll eingewiesen, einbezogen und reflektiert.

Der direkte Kontakt beim Essen führt zu guten Beziehungen. Dadurch, dass die Hauptamtlichen die Rückmeldungen der Teilnehmer direkt nutzen, um einen passenden Menüplan zu entwerfen, wird von den Kindern sehr geschätzt, dadurch wird das FunTasia und seine MitarbeiterInnen als verlässliches Gegenüber kennengelernt.

3.  Kooperation (Vernetzung, Multiplikation)

Um uns als FunTasia zu vernetzen, arbeiten wir mit diversen Kooperationspartnern zusammen. In diesem Fall ist dies die Grundschule Schillerschule Berkheim.

Die Strukturen wurden so einfach wie möglich gehalten. Durch den kurzen Draht zur Schulleitung erfährt das FunTasia den groben Bedarf für das kommende Schuljahr und plant das offene Mittagsangebot dementsprechend. Die Angebotsflyer werden in der Grundschule ausgegeben und von den Eltern an die Schule die Erlaubnis erteilt, das Schulgelände für den FunTasTisch zu verlassen. Durch den kurzen Fußweg ohne Querung einer Straße ist eine angemessene Sicherheit der Schüler auf dem Weg zum FunTasia gegeben.  

4.  Werbung

Die Schulleitung gibt den vom FunTasia-Team erstellten Flyer an alle interessierten Eltern und meldet das Interesse ans Team zurück. Mit dem Flyer bekommen die Eltern auch alle Informationen über die Angebote des FunTasia für Kinder.

Gleichzeitig ist durch die Werbung direkt im FunTasTisch für alle anderen Kinderangebote mündlich wie schriftlich nicht nur sehr einfach, sondern auch sehr effektiv.

Bei sehr wenigen TeilnehmerInnen geht das FunTasia-Team durch die Klassen der Grundschule und macht mündliche Werbung.

5.  Finanzen

Die reinen Unkosten der Mahlzeit sollen durch das Geld der Teilnehmer gedeckt werden, der pädagogische Aufwand wird vom FunTasia übernommen.

Weitere Einnahmen kommen über den Süßigkeitenverkauf an der Theke zustande, hierbei sind relativ hohe Margen vorgesehen, damit die Kinder sich nicht zu sehr mit Süßigkeiten eindecken.

Was nicht immer möglich ist, aber in Zukunft weiter ausgebaut werden soll, ist der Bezug von regionalen Produkten, insbesondere Gemüse vom örtlichen Hofladen, aber auch Brötchen vom örtlichen Bäcker und Fleisch vom örtlichen Metzger. 

6.     Perspektiven (Weiterentwicklung)

Der FunTasTisch kann in der Zeit nach der Corona-Auszeit mit weniger Teilnehmern stattfinden. Durch die Kontinuität ist das FunTasia ein verlässliches Gegenüber für die Grundschulleitung, dadurch bleiben wir im Gespräch und „auf dem Schirm“ für weitere Anfragen oder Kooperationen im Stadtteil.

In ähnlicher Form soll ein weiteres Angebot im Mittagsband (12:30 bis 14 Uhr) entwickelt werden. Dieses soll sich an benachteiligte Kinder richten und wird vom FunTasia-Team in Kooperation mit der Erziehungshilfestelle und Schulsozialarbeit durchgeführt.

 

Erstellt von Lars Gildner im Februar 2020, überarbeitet 29.7.2020

 


[1] In Pandemie-Zeiten ist die Nutzung der Matten bedauerlicherweise nicht möglich